Das Literaturverzeichnis ist der Teil der Arbeit, den Prüfende am schnellsten kontrollieren können, und deshalb der Teil, an dem formale Sorgfalt zuerst gemessen wird. Dieser Leitfaden erklärt, was hineingehört, wie es aufgebaut ist und wie dieselben fünf Quellen in den vier an deutschen Hochschulen gängigsten Stilen aussehen. Alle Beispielquellen sind veröffentlichte Werke, deren Angaben am 21.09.2026 geprüft wurden.
Was ins Literaturverzeichnis gehört
- Alles, was im Text belegt ist: Bücher, Aufsätze, Beiträge in Sammelbänden, Internetquellen, Berichte, Hochschulschriften, Datensätze, Filme.
- Nichts, was nur gelesen wurde. Hintergrundlektüre ohne Beleg im Text bleibt draußen.
- Bei Sekundärzitaten nur die Quelle, die Sie in der Hand hatten, nicht das Original, das Sie daraus übernommen haben.
- Keine persönlichen Mitteilungen. Gespräche, E-Mails und eigene Interviews sind für Lesende nicht auffindbar. APA belegt sie nur im Text, viele Leitfäden verlangen ein Transkript im Anhang.
- Gesetze und Urteile meist nicht. In der Rechtswissenschaft und nach den gängigen DIN-ISO-690-Leitfäden werden sie nur im Text oder in der Fußnote belegt. Kommentare und Lehrbücher stehen im Verzeichnis.
- KI-Werkzeuge je nach Vorgabe. Viele Hochschulen verlangen ein eigenes Hilfsmittelverzeichnis und zusätzlich einen Eintrag im Literaturverzeichnis, wenn KI-generierte Inhalte übernommen wurden. Details im Leitfaden KI-Tools in der Abschlussarbeit.
Die Überschrift lautet „Literaturverzeichnis“, in manchen Fächern „Literatur“ oder „Quellen- und Literaturverzeichnis“. In den Geschichtswissenschaften werden Quellen (Archivalien, Editionen) und Forschungsliteratur getrennt aufgeführt.
Aufbau und Formatierung
| Merkmal | Üblich |
|---|---|
| Position | nach dem Textteil, meist vor dem Anhang |
| Überschrift | ohne Kapitelnummer oder mit fortlaufender Nummer, je nach Leitfaden |
| Sortierung | alphabetisch nach dem ersten Nachnamen, numerische Stile nach Reihenfolge im Text |
| Einzug | hängender Einzug: erste Zeile bündig, Folgezeilen eingerückt (APA: 1,27 cm) |
| Zeilenabstand | wie im Text oder einzeilig mit Abstand zwischen den Einträgen |
| Aufzählungszeichen | keine, Nummern nur bei numerischen Stilen |
| Schrift | wie im Text |
Sortierregeln im Detail
- Nach dem Nachnamen der ersten Person. Umlaute werden wie der Grundvokal einsortiert (Müller bei Muller), „ß“ wie „ss“.
- Namenszusätze wie „von“ oder „van“ folgen dem Leitfaden. Nach deutscher Bibliothekspraxis steht Goethe, Johann Wolfgang von unter G. APA sortiert nach der Form, die die Person selbst verwendet.
- Werke einer Person allein stehen vor Werken derselben Person mit anderen.
- Mehrere Werke derselben Person nach Jahr. Gleiche Jahre erhalten a, b, c.
- Quellen ohne Person werden nach der Organisation oder, wenn auch die fehlt, nach dem ersten Wort des Titels eingeordnet. Artikel (der, die, das, ein, the) zählen dabei nicht.
Fünf Quellen in vier Stilen
Die fünf Quellen sind ein Zeitschriftenaufsatz, eine Internetseite einer Bundesbehörde, ein Lehrbuch in 18. Auflage, ein Beitrag in einem Sammelband und eine Masterarbeit aus einem Hochschulrepositorium. Geprüft wurden sie gegen Crossref, die Seite des Umweltbundesamts, den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek und das Repositorium der Universität Siegen. Die Einträge stehen so, wie der jeweilige Stil sie sortiert.
APA 7
Buller, M. (2021). Das alltägliche Arrangement von Homeoffice, Kinderbetreuung und Paarbeziehung: Eine qualitative Analyse von Paarinterviews während der COVID-19-Pandemie [Masterarbeit, Universität Siegen]. Universitätsbibliothek Siegen. https://doi.org/10.25819/ubsi/10137
Imgrund, M. (2014). Strategisches Krisenmanagement. In P. Heimerl & M. Tschandl (Hrsg.), Controlling, Finanzierung, Produktion, Marketing (S. 143–178). facultas.wuv.
Schneider, K. & Schwark, M. (2023). Die goldene Mitte finden: Auswirkung der Homeoffice-Intensität auf Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit im Kontext der Ressourcenerhaltung. Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte Organisationspsychologie (GIO), 54(3), 421–436. https://doi.org/10.1007/s11612-023-00696-3
Theisen, M. R. (2021). Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit (18. Aufl.). Vahlen.
Umweltbundesamt. (2026, 2. Juli). Treibhausgas-Emissionen in Deutschland. https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland
Die deutsche APA-Praxis nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychologie setzt vor dem letzten Namen ein Et-Zeichen. Ob davor ein Komma steht, wie im englischen Original (Schneider, K., & Schwark, M.), handhaben deutschsprachige Leitfäden unterschiedlich.
Harvard (verbreitete deutsche Form)
Buller, Michelle (2021): Das alltägliche Arrangement von Homeoffice, Kinderbetreuung und Paarbeziehung. Eine qualitative Analyse von Paarinterviews während der COVID-19-Pandemie. Masterarbeit. Universität Siegen. Online: https://doi.org/10.25819/ubsi/10137.
Imgrund, Markus (2014): Strategisches Krisenmanagement. In: Heimerl, Peter / Tschandl, Martin (Hrsg.): Controlling, Finanzierung, Produktion, Marketing. Wien: facultas.wuv, S. 143–178.
Schneider, Katharina / Schwark, Monique (2023): Die goldene Mitte finden. Auswirkung der Homeoffice-Intensität auf Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit im Kontext der Ressourcenerhaltung. In: Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte Organisationspsychologie (GIO), 54 (3), S. 421–436.
Theisen, Manuel René (2021): Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. 18. Aufl. München: Vahlen.
Umweltbundesamt (2026): Treibhausgas-Emissionen in Deutschland. Online: https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland [Zugriff: 21.09.2026].
Harvard ist nicht normiert. Schrägstrich oder „und“ zwischen den Namen, Punkt oder Doppelpunkt nach dem Titel, mit oder ohne Kursivdruck: All das legt der Leitfaden Ihrer Hochschule fest.
DIN ISO 690 (Name-Datum-Format)
BULLER, Michelle, 2021. Das alltägliche Arrangement von Homeoffice, Kinderbetreuung und Paarbeziehung: eine qualitative Analyse von Paarinterviews während der COVID-19-Pandemie [Masterarbeit] [online]. Siegen: Universität Siegen [Zugriff am: 21.09.2026]. Verfügbar unter: DOI: 10.25819/ubsi/10137
IMGRUND, Markus, 2014. Strategisches Krisenmanagement. In: Peter HEIMERL und Martin TSCHANDL, Hrsg. Controlling, Finanzierung, Produktion, Marketing. Wien: facultas.wuv, S. 143-178. ISBN 978-3-8252-4323-4
SCHNEIDER, Katharina und Monique SCHWARK, 2023. Die goldene Mitte finden: Auswirkung der Homeoffice-Intensität auf Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit im Kontext der Ressourcenerhaltung. In: Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte Organisationspsychologie (GIO) [online]. 54(3), S. 421-436 [Zugriff am: 21.09.2026]. ISSN 2366-6218. Verfügbar unter: DOI: 10.1007/s11612-023-00696-3
THEISEN, Manuel René, 2021. Wissenschaftliches Arbeiten: erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit. 18., neu bearbeitete und gekürzte Auflage. München: Verlag Franz Vahlen. ISBN 978-3-8006-6373-6
UMWELTBUNDESAMT, 2026. Treibhausgas-Emissionen in Deutschland [online]. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt, 02.07.2026 [Zugriff am: 21.09.2026]. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland
Mehr dazu im Leitfaden DIN ISO 690 zitieren.
Deutsche Zitierweise (Fußnoten)
Buller, Michelle: Das alltägliche Arrangement von Homeoffice, Kinderbetreuung und Paarbeziehung. Eine qualitative Analyse von Paarinterviews während der COVID-19-Pandemie, Masterarbeit, Universität Siegen 2021, DOI: 10.25819/ubsi/10137.
Imgrund, Markus: Strategisches Krisenmanagement, in: Heimerl, Peter/Tschandl, Martin (Hrsg.): Controlling, Finanzierung, Produktion, Marketing, Wien: facultas.wuv 2014, S. 143–178.
Schneider, Katharina/Schwark, Monique: Die goldene Mitte finden. Auswirkung der Homeoffice-Intensität auf Arbeitsleistung und Arbeitszufriedenheit im Kontext der Ressourcenerhaltung, in: Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte Organisationspsychologie (GIO) 54 (2023), H. 3, S. 421–436.
Theisen, Manuel René: Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 18. Aufl., München: Vahlen 2021.
Umweltbundesamt: Treibhausgas-Emissionen in Deutschland, 02.07.2026, URL: https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland (Abruf: 21.09.2026).
Die Unterschiede der drei Belegverfahren im Text erklärt der Vergleich Deutsche Zitierweise, Harvard und APA.
Welche Angaben braucht welcher Quellentyp?
| Quellentyp | Pflichtangaben |
|---|---|
| Buch | Autor oder Herausgeber, Jahr, Titel und Untertitel, Auflage (ab der 2.), Verlag, je nach Stil Ort |
| Beitrag im Sammelband | Autor und Titel des Beitrags, Herausgeber und Titel des Bandes, Jahr, Verlag, Seitenbereich |
| Zeitschriftenaufsatz | Autor, Jahr, Titel des Aufsatzes, Zeitschrift, Jahrgang, Heft, Seitenbereich oder Artikelnummer, DOI |
| Internetquelle | Urheber (Person oder Organisation), Datum der Seite, Titel, URL, je nach Stil Abrufdatum |
| Hochschulschrift | Autor, Jahr, Titel, Art der Arbeit, Hochschule, bei Onlinefassung Repositorium und URL |
| Bericht, graue Literatur | herausgebende Organisation, Jahr, Titel, Berichtsnummer, URL |
Notieren Sie diese Angaben in dem Moment, in dem Sie die Quelle zum ersten Mal öffnen. Eine Seitenzahl drei Wochen später wiederzufinden, kostet mehr Zeit als jede Formatierung.
Sonderfälle
- Kein Autor: Prüfen Sie zuerst, ob eine Organisation als Urheberin infrage kommt. Sonst rückt bei APA der Titel an die erste Stelle. In der deutschen Zitierweise und in vielen Harvard-Leitfäden steht „o. V.“ (ohne Verfasser).
- Kein Jahr: „o. J.“, in APA-Arbeiten auch „o. D.“. Bei Internetseiten hilft oft das Datum der letzten Änderung im Seitenfuß.
- Kein Ort: „o. O.“. APA 7 verlangt ohnehin keinen Ort.
- Mehr als zwei Verlagsorte: Die meisten deutschen Leitfäden nennen nur den ersten, teils mit dem Zusatz „u. a.“.
- Viele Autoren: APA 7 nennt im Verzeichnis bis zu 20 Namen. Ab 21 stehen die ersten 19, dann drei Auslassungspunkte und der letzte Name. Deutsche Hausstile kürzen häufig schon ab vier Namen mit „u. a.“ oder „et al.“.
- Übersetzte Werke: Übersetzerin oder Übersetzer und, wenn verlangt, das Jahr des Originals angeben.
- Vorabveröffentlichungen (Preprints): als solche kennzeichnen und das Repositorium nennen. Ist der Aufsatz inzwischen in einer Zeitschrift erschienen, wird diese Fassung zitiert.
- DOI: als vollständiger Link in der Form https://doi.org/… (APA 7). Ein Abrufdatum ist dann nicht nötig.
Werkzeuge: Word, Zotero, Citavi, LaTeX
- Word-Quellenverwaltung: reicht für eine kurze Hausarbeit. Die mitgelieferten Stile sind begrenzt, und deutsche Hausstile fehlen.
- Zotero: kostenlos und quelloffen, mit Plug-ins für Word, LibreOffice und Google Docs. Das Stil-Repository enthält APA 7 und die deutschen ISO-690-Varianten. Stilwechsel per Mausklick.
- Citavi: an vielen deutschsprachigen Hochschulen über eine Campuslizenz verfügbar. Stärke ist die Verbindung von Literatur, Zitaten und Gliederung.
- LaTeX mit BibLaTeX: Standard in Mathematik, Informatik und Physik. Für APA gibt es biblatex-apa, für ISO 690 biblatex-iso690.
Keines dieser Werkzeuge prüft, ob die Metadaten stimmen. Importierte Einträge enthalten regelmäßig Titel in Großbuchstaben, fehlende Heftnummern, vertauschte Vor- und Nachnamen und Organisationen, die als Personen erfasst wurden. Korrigieren Sie solche Fehler im Datensatz und nicht im fertigen Dokument, sonst kehren sie bei der nächsten Aktualisierung zurück.
Checkliste vor der Abgabe
- Jeder Beleg im Text hat einen Eintrag im Verzeichnis. Suchen Sie im Dokument nach jeder öffnenden Klammer mit Jahreszahl oder gehen Sie die Fußnoten durch.
- Jeder Eintrag im Verzeichnis wird im Text mindestens einmal belegt.
- Namen und Jahre sind im Text und im Verzeichnis identisch geschrieben, einschließlich a und b.
- Die Sortierung stimmt, auch bei Umlauten und Namenszusätzen.
- Alle Einträge eines Quellentyps sehen gleich aus: gleiche Interpunktion, gleiche Abkürzungen (Aufl., Hrsg., S.), gleiche Kursivsetzung.
- Seitenbereiche stehen bei jedem Aufsatz und jedem Sammelbandbeitrag.
- Jeder DOI und jede URL führt zur richtigen Quelle. Klicken Sie alle Links einmal an.
- Der hängende Einzug ist über ein Absatzformat gesetzt und nicht mit Leerzeichen oder Tabulatoren.
- Keine Quelle stammt ungeprüft aus der Antwort eines Chatbots. Der KI-Leitfaden mehrerer Arbeitsbereiche der Freien Universität Berlin bewertet Arbeiten mit erfundenen Quellen zum Beispiel als „nicht bestanden“.
Häufige Fehler
- Zwei Stile gemischt, weil Einträge aus verschiedenen Datenbanken kopiert wurden.
- Verlag und Ort vertauscht oder der Ort bei APA 7 noch angegeben.
- Beitrag im Sammelband als Buch erfasst, sodass Herausgeber und Seitenbereich fehlen.
- URL der Datenbank statt der Quelle: Ein Link auf eine Trefferliste oder ein Bibliotheksportal ist für Lesende wertlos.
- Vornamen einmal ausgeschrieben, einmal abgekürzt.
- Titel englischer Aufsätze nach deutschen Regeln großgeschrieben oder umgekehrt. Titel werden in der Sprache und Schreibung des Originals übernommen.
Quellen
- American Psychological Association. (2020). Publication manual of the American Psychological Association (7. Aufl.), Kapitel 9 und 10. https://doi.org/10.1037/0000165-000
- Deutsche Gesellschaft für Psychologie (Hrsg.). (2019). Richtlinien zur Manuskriptgestaltung (5., aktualisierte Aufl.). Hogrefe.
- Technische Hochschule Ingolstadt, Bibliothek. (2015). Zitierregeln nach DIN ISO 690 (V. 1, 18.03.2015). Im Kopf nennt die Handreichung nur „Bibliothek“; der Kontakt im Fuß (bibliothek@thi.de) und das E-Learning-Modul der Universitätsbibliothek Chemnitz, das dieselbe Datei als Handreichung der TH Ingolstadt ausweist, belegen die Urheberschaft. Geprüft wurde eine im Internet Archive gespiegelte Kopie.
- Bach, A., Holder, K., Schmidt, M. & Wissmann, J. (2025). Leitfaden zur Nutzung KI-basierter Systeme und Tools in Abschlussarbeiten (Stand: Dezember 2025). Freie Universität Berlin (zur Bewertung halluzinierter Quellen). https://www.ewi-psy.fu-berlin.de/erziehungswissenschaft/arbeitsbereiche/schulentwicklungsforschung/downloads/Leitfaden_KI_Abschlussarbeiten_Langversion_Dez-2025.pdf
